The dagger

Written by: Lexa (yatenshi )

Kategorie: Dark Mystery

Rating: P16 (mehrere brutale Morde, ich übernehm keinerlei Verantwortung für evtl. geistige Schäden!)

Disclaimer: Alles meins! Alles allein meinem kranken Hirn entsprungen!

Author's Note: Verarbeitung von Kindheitstraumas, nehm ich an ^^ Ich hatte auch immer meine absoluten Erzfeindinnen, die mir die Schule zur Hölle gemacht haben, und ich wollte mich so gerne rächen... Ist nie was geworden, und an Mord hätt ich nich ma gedacht (nicht das ihr denkt ich wär komplett Psycho ^^) aber das war die Anregung für diese Story... das, und der gelomatico Brieföffner meiner Freundin, ich hab stundenlang mit dem Ding rumgespielt ^^ Ich mag Waffen XD

Eindeutig das dunkelste was ich je geschrieben habe...

~~~Chapter 1~~~

So schnell sie konnte lief das Mädchen durch die Straßen.

Der Regen strömte vom wolkenverhangenen Himmel herab und hatte die 15jährige bis auf die Haut durchweicht.

Ihre schulterlangen, rotbraunen Haare trieften vor Nässe, und nicht einmal ihre Jacke konnte den Regen oder die Kälte abhalten.

Sie fror erbärmlich.

Warum hatte sie auch grade heute den Bus verpasst?

Normalerweise war es kein Problem, die 2 Kilometer von der Schule nach Hause zu laufen, aber bei diesem Wetter...

Isabelle versuchte das Zittern ihres Körpers zu unterdrücken und vergrub die Hände noch tiefer in ihren Taschen.

Aber einen Vorteil hat dieses miese Wetter, dachte sie.

Sandra, Nora und Irina, die 3 Mädchen, die ihr das Leben an jedem Schultag zur Hölle machten, waren mit dem Bus gefahren, so dass Isabelle sich wenigstens nicht ihre verletzenden Sprüche anhören musste.

Sie war bei weitem nicht selbstbewusst genug, um sich zu wehren, denn ihre 3 Klassenkameradinnen waren schlagfertiger, redegewandter als sie, und auch noch in der Überzahl.

Ob sie ihre Hausaufgaben klauten, sie vor allen blamierten oder sie „nur" mit Worten fertig machten, kein Tag in der Schule verging, an dem Isabelle nicht mindestens einmal unter der Bosheit der 3 zu leiden hatte.

Erst heute hatten sie sich über ihr Outfit lustig gemacht.

Was konnte Isabelle denn dafür, das ihre Eltern nicht so viel Geld hatten, um ihr immer die neuesten Markenklamotten zu kaufen?

Sie seufzte.

Eines Tages, so schwor sie sich, würde sie sich an ihnen rächen.

Isabelle ahnte nicht, das die Chance dazu bald kommen sollte.

Der Regen wurde immer stärker, so das Isabelle sich entschloss, in irgendein Geschäft zu flüchten um dort das Ende des Wolkenbruchs abzuwarten.

Ohne zu überlegen betrat sie den nächsten Laden, an dem sie vorbeikam.

„Esoterik und Magie" stand in verschnörkelten Buchstaben über der Tür.

Isabelle stieß sie auf, und ein melodisches Klingeln ertönte, als die Tür hinter ihr langsam ins Schloss fiel.

Hier war es angenehm warm und schummrig, und die enge Verkaufsfläche war mit unzähligen merkwürdigen Gegenständen vollgestopft.

Eine Vitrine mit allen möglichen Edelsteinen und Metallen stand neben der Ladentheke, hinter der eine alte Frau auf einem Hocker saß und sie schläfrig beobachtete.

„Kann ich dir helfen mein Kind?" fragte sie, und Isabelle zuckte zusammen, denn sie hatte die Frau nicht bemerkt.

Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, ich möchte mich nur mal umsehen," erklärte sie.

Die Frau nickte, dann sank ihr der Kopf wieder auf die Brust und sie nickte ein.

Fasziniert wanderte Isabelle zwischen den Regalen umher, um hin und wieder eines der seltsamen Dinge genauer zu betrachten oder in einem der unzähligen Bücher über Zauberei, Hexerei, Schwarze und Weiße Magie, Vodoo, Feng-Shui oder Esoterik zu blättern.

Sie hatte sich bis jetzt nie mit so etwas beschäftigt, aber jetzt war ihr Interesse geweckt.

Auf einmal hielt sie inne.

Ein merkwürdiges Gefühl beschlich sie, und langsam wandte sie den Kopf zur Seite.

Ein schwarzer Vorhang aus Samt trennte eine kleine Ecke des Raumes ab.

Vorsichtig hob Isabelle die Hand und schob den Vorhang ein Stück zur Seite, und der Mund blieb ihr offen stehen.

In der abgegrenzten Ecke stand ein dünnes Podest aus schwarzem Eisen.

Es war knapp anderthalb Meter hoch, und auf der Ablagefläche ruhte, auf einem Tuch aus schwarzer Seide, ein Dolch.

Fasziniert betrachtete Isabelle die Waffe, deren rasiermesserscharfe Klinge im dämmerigen Licht tödlich schimmerte.

Der Dolch war etwa 20 cm lang, aus Kupfer gefertigt und sah sehr alt aus.

Die Klinge war glatt und völlig gleichmäßig, der Griff aber war kunstvoll verziert.

Der von Ranken und merkwürdigen Symbolen eingerahmte Körper eines betenden Mädchens, das ein seltsames Gewand und eine verschnörkelte Krone trug, bildete den Heft.

Während Isabelle den Dolch betrachtete, fühlte sie ein seltsames Gefühl in sich aufsteigen.

Dieser Dolch... er war unglaublich, das schönste und faszinierendste, das sie je gesehen hatte.

Sie hätte alles dafür gegeben, diese Waffe zu besitzen.

Sie konnte nirgends ein Preisschild entdecken, aber er war eindeutig eine Antiquität, und sicher sehr teuer; auf jeden Fall aber zu teuer für sie.

Sie seufzte traurig.

Nie hatte sie etwas mehr begehrt als diesen Dolch, doch sie wusste genau, das ihre Eltern für so etwas kein Geld ausgeben würden.

Aber wenigstens einmal wollte sie den Gegenstand, der sie so sehr verzauberte, berühren; es kümmerte sie nicht, ob es erlaubt war.

Langsam streckte sie Hand aus und nahm den Dolch vorsichtig von dem Podest.

Der schmale Griff passte genau in ihre Hand, als wäre er für sie gemacht worden.

In dem Augenblick, als ihre Finger den Dolch berührt hatten, fühlte sich Isabelle, als hätte etwas in ihr einen Kontakt angeknipst.

Ein seltsames, schläfriges Gefühl breitete sich in ihr aus.

Die Umgebung begann vor ihren Augen zu verschwimmen.

Sie umklammerte den Griff noch fester und schloss die Augen.

Eine Energie, die vorher den Dolch umgeben hatte, ging nun auf sie über, und für einen Augenblick spürte Isabelle eine tiefe Dunkelheit, die sich in ihrer Seele ausbreite.

Dann war es auch schon vorbei.

Sie öffnete die Augen, aber etwas hatte sich verändert.

Ihre grünen Augen waren nicht mehr schüchtern und warm wie früher, sondern selbstbewusst und eiskalt, wenn auch nur für einen Moment.

Isabelle betrachtete den Dolch in ihrer Hand.

Er schien ihr noch schöner, noch tödlicher zu sein als vorher.

Und sie wusste auf einmal, das dieser Dolch für sie bestimmt war, als hätte er durch irgendeine unbekannte Magie schon immer ihr gehört.

Verstohlen sah sie sich um, dann ließ sie ohne das geringste Gefühl von Zweifel den Dolch in die Innentasche ihrer Jacke gleiten.

Sie wollte den Vorhang wieder zuziehen, besann sich jedoch eines besseren und nahm vorher auch noch das schwarze Samttuch, auf dem der Dolch gelegen hatte, an sich.

Dann verließ sie den Laden.

Die Frau hinter der Theke war eingeschlafen und bemerkte nichts.

Gut so. Nichts sollte, nichts würde Isabelle davon abhalten, ihren rechtmäßigen Besitz mitzunehmen.

Als Isabelle zu Hause ankam, verzog sie sich sofort in ihr Zimmer, ohne nach ihren kleinen Geschwistern zu sehen, wie sie es sonst immer tat.

Sie warf sich auf ihr Bett und zog den Dolch aus der Tasche.

Das schwarze Seidentuch glitt wie Wasser von ihm herab und offenbarte die gefährliche Schönheit der Waffe.

Isabelle zwang sich dazu, ihre Jacke an den Haken zu hängen und sich umzuziehen, ehe sie sich wieder dem Dolch widmete.

Sie wollte ihn gerade in die Hand nehmen, aber plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf.

Ich habe gestohlen!, dachte sie erschrocken. Sicher haben sie in dem Laden eine Überwachungskamera, sie werden also leicht herausfinden, das ich den Dolch gestohlen habe! Was werden nur meine Eltern sagen, wenn die Polizei vor der Tür steht?

Fassungslos über das, was sie getan hatte, ließ sie sich auf ihr Bett fallen und betrachtete den Dolch.

Was fasziniert mich nur so an dir? Du bist Schuld, das ich gestohlen habe!

Wütend starrte sie die Waffe an, als wäre sie Schuld an ihrem Unglück.

Gleichzeitig aber fühlte sie sich wieder so unglaublich angezogen...

Sie konnte nicht widerstehen und nahm den Dolch in die Hand.

In diesem Moment hatte sie wieder dasselbe Gefühl wie im Laden, als würde das Zimmer um sie herum verschwimmen.

Sie schloss die Augen, und ein Gefühl von Macht breitete sich in ihr aus.

Sie öffnete die Augen und lächelte kalt.

Sollen sie nur kommen, dachte sie. Ich habe nur meinen gerechten Besitz geholt!

Ihre Angst war plötzlich verschwunden.