Kategorie: Dark Mystery

Rating: P16 (mehrere brutale Morde, ich übernehm keinerlei Verantwortung für evtl. geistige Schäden!)

Disclaimer: Alles meins! Alles allein meinem kranken Hirn entsprungen!

~~~Chapter 2~~~

Als am nächsten Morgen der Wecker klingelte, konnte Isabelle nur mit Mühe ihre Augen öffnen.

Sie war furchtbar müde, weil sie am vorherigen Abend erst sehr spät eingeschlafen war.

Den ganzen Nachmittag und auch den Abend über hatte sie auf ihrem Bett gelegen und den Dolch betrachtet.

Fasziniert hatte sie das Glänzen der scharfen Klinge und das Schimmern des Hefts beobachtet und mit tastenden Fingern den kunstvoll verzierten Griff erkundet.Als ihre kleine Schwester Anja ohne anzuklopfen in ihr Zimmer gekommen war, um sie zum Essen zu rufen, hatte Isabelle sie wütend angeschnauzt und grob aus dem Raum geworfen.

Wie konnte es dieses kleine Miststück nur wagen, sie zu stören?

Wütend über diese Unterbrechung hatte Isabelle ihre Tür abgeschlossen, was sie sonst nie tat.

Als ihre Eltern kamen, um sie deswegen zur Rede zu stellen, ließ Isabelle sie einfach reden.

Welchen Grund hatte sie denn, diesen erbärmlichen, jämmerlichen Wesen zuzuhören?

Für sie gab es keinen.

Auch als ihr Vater drohte, die Tür aufzubrechen, und das sie die Kosten dafür würde tragen müssen, verschwendete Isabelle nicht einen Gedanken an ihre Familie.

Ihr Geist befand sich längst nicht mehr in dieser Welt, und ihre Träume und Wünsche waren nur auf den Dolch in ihrer Hand gerichtet.

Isabelle bemerkte nicht, wie die Macht des Dolches immer mehr von ihr Besitz ergriff.

Schließlich quälte sie sich doch aus dem Bett und zog sich an.

Dabei merkte sie, das sie weder ihre Hausaufgaben gemacht noch ihre Schultasche gepackt hatte, aber es kümmerte sie nicht.

Wieso sollte sie sich noch länger anstrengen, nur im sinnlose Dinge zu lernen?

Es war nicht wichtig.

Nichts war mehr wichtig... außer...

Sie nahm den Dolch, hüllte ihn sorgfältig in das schwarze Seidentuch und legte ihn in ihre Schultasche.

Dann schloss sie die Zimmertür auf und ging in die Küche.

Ihre Eltern waren schon auf Arbeit, nur ihre 2 jüngeren Geschwister saßen noch am Frühstückstisch und tranken ihre Milch.

Isabelle rutschte auf ihren Stuhl und begann schweigend, zu essen.

Anja und ihr jüngerer Bruder Markus plapperten munter vor sich hin.

An diesem Tag aber konnte Isabelle das Geschwätz ihrer Geschwister nicht ertragen.

Als Markus plötzlich übermütig zu lachen anfing, riss ihr entgültig der Geduldsfaden.

„Halt die Schnauze, verdammt noch mal!" schrie sie und haute dem Jungen eine runter.

Er sah sie mit großen Augen an, und seine Unterlippe zitterte.

Dann brach er in Tränen aus.

Normalerweise hätte sich Isabelle jetzt schuldig gefühlt und ihn getröstet.

Jetzt aber sah sie nicht die geringste Veranlassung, dem Jungen auch nur ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Sie stand auf und verließ, ohne sich zu verabschieden, das Haus.

In der Schule wurde sie auf die übliche Art von Sandra, Nora und Irina begrüßt- mit einer Menge bösartiger und gemeiner Sticheleien.

Heute allerdings machte es ihr nicht das geringste aus- im Gegenteil!

Sie wehrte sich schlagfertiger, als sie es sich je zugetraut hätte, und sie genoss die erstaunten Blicke ihrer Klassenkameraden.

Durch den Dolch hatte Isabelle ein völlig neues Selbstvertrauen gefunden; aber mit diesem Selbstbewusstsein ging eine Kälte einher, die langsam von ihrer Seele Besitz ergriff- nein, bereits Besitz ergriffen hatte.

Der Tag der Rache, auf den sie so lange gewartet hatte, war endlich gekommen, das spürte sie.

Am Ende des Schultages war ihre Chance gekommen.

Ihre 3 Todfeindinnen trennten sich, um nach Hause zu gehen.

Isabelle lächelte kalt in sich hinein.

Die erste, mit der sie abrechnen würde, war Nora...

Schweigend und unauffällig folgte sie dem Mädchen, bis diese plötzlich in einen Hauseingang einbog.

„He, warte mal!" rief Isabelle.

Nora blieb überrascht stehen und sah ihr verwundert, aber arglos entgegen.

„Was willst du denn?" fragte sie nicht besonders freundlich.

Isabelle lächelte schüchtern und erklärte betont harmlos: „Ich will nur mal mit dir reden, aber unter 4 Augen."

Nora ahnte nichts schlimmes und winkte das Mädchen genervt in den Hausflur.

„Also, was ist?" fragte sie ärgerlich und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand, die Schultasche ließ sie neben sich fallen.

Isabelle trat näher an sie heran und flüsterte: „Ach weißt du, ich wollte dich nur..."

Sie zog den Dolch aus ihrer Tasche und hielt ihn so, das Nora die rasiermesserscharfe Klinge sehen konnte.

„Was?" fragte das Mädchen unbehaglich.

Isabelle lächelte eiskalt. „...dich töten!"

Nora glaubte sich verhört zu haben.

Sie MUSSTE sich verhört haben, denn was sie gehört hatte, war einfach unmöglich!

Aber Isabelles sadistisches Lächeln und der mörderische Glanz in ihren Augen verrieten ihr, das sie sich nicht verhört hatte...

„Das ist meine Rache, Schätzchen! Du wirst es noch bereuen, mich verletzt zu haben..."

Nora war viel zu schockiert um sich zu wehren, als ihre Klassenkameradin das Messer hob und ihr die Kehle aufschnitt.

Blutüberströmt sank sie zu Boden und sah, wie ihr Blut die Fliesen rot färbte.

Sie war nicht in der Lage, zu schreien, und unfähig sich zu bewegen.

Das letzte, was sie hörte, bevor sie das Bewusstsein verlor, was Isabelles sadistisches Lachen.

Lächelnd beobachtete Isabelle, wie ihre Klassenkameradin starb.

Dann kniete sie nieder und wischte den blutigen Dolch an der Jacke des Mädchens ab.

Sie fühlte nicht die geringste Reue- nur Befriedigung und Gier, noch jemanden zu töten.

Beschwingt verließ sie das Haus.

„Und da waren's nur noch 2..." summte sie leise vor sich hin.

„Und bald..." sie lächelte kaltblütig, während sie sich auf den Weg zu Irinas Wohnung machte.

Sie hatte das Mädchen noch nie zuhause besucht, aber aus irgendeinem Grund wusste sie genau, wo ihre Klassenkameradin wohnte.

Zielsicher steuerte sie auf das kleine Einfamilienhaus zu und drückte nach einem kurzen Blick auf das Türschild auf die Klingel.

Einen Moment später wurde die Tür aufgerissen und Irina sah sie verwundert an.

„Was machst du denn hier?" fragte sie.

Wieder setzte Isabelle ihr schüchternes, harmloses Lächeln auf und sagte: „Ich muss mit dir reden. Darf ich reinkommen?"

Irina nickte und gab die Tür frei, so das Isabelle eintreten konnte.

„Du bist wohl ziemlich sauer auf mich, was? Ich meine, wie wir dich immer behandeln..."

Isabelle senkte den Kopf.

„Eigentlich schon- aber deswegen bin ich ja hier! Ich will diese Sache endlich aus der Welt schaffen!" sagte sie.

Innerlich lächelte sie.

Es war keine Lüge gewesen- sie wollte ja wirklich etwas aus der Welt schaffen... oder besser, jemanden...

Irina sah sie schuldbewusst an.

„Es tut mir leid..." sagte sie leise. Es tat ihr wirklich leid.

Aber das störte Isabelle nicht im geringste.

„Naja", erklärt sie, „dann sind wir quitt. Du wirst vermutlich auch furchtbar sauer auf mich sein."

„Wieso sollte ich das?"

Isabelle lächelte wieder ihr kaltes, ihr grausames Lächeln.

„Aus einem einfachen Grund..." sie zog den Dolch, „weil ich dich jetzt töten werde..."

Bevor Irina reagieren konnte, hatte Isabelle ihr bereits den Dolch ins Herz gestoßen.

Blut schoss aus der Wunde, tropfte auf den teuren Teppichboden und floss über Isabelles Hände.

Sie lächelte. Ja, das war es worauf sie so lange gewartet hatte... dieses unglaubliche, unbeschreibliche Gefühl der Macht, wenn sie tötete... dieses Gefühl, Macht über ein Leben zu haben, über einen Menschen, darüber, ob er weiter auf dieser Welt weilen durfte oder ob er sterben würde... und sie alle würden sterben...

Gemächlich schloss sie die Tür hinter sich und wollte das Hoftor öffnen, als sie plötzlich von der Seite angesprochen wurde.

„Entschuldigen Sie, was machen Sie hier?"

Isabelle drehte sich gemächlich um.

Irinas Großmutter stand neben ihr und musterte sie misstrauisch.

„Was ich hier mache?" fragte Isabelle betont unschuldig. „Ich habe nur grade ihre Enkelin getötet."

Mit diesen Worten zog sie den Dolch und schnitt ihr die Kehle auf.

„Schlaf gut, Alte- für immer!" grinste sie, dann schlenderte sie in Richtung Stadtmitte- wo ihr nächstes Opfer wohnte.

Sandra schnürte das Entsetzen die Kehle zu, sodass sie nicht mal schreien konnte.

Als sie die Wohnungstür geöffnet hatte, stand davor ihre Klassenkameradin Isabelle mit einem mordlustigen Glitzern in den Augen, und neben ihr der blutüberströmte Körper ihres kleinen Bruder, eine klaffende Wunde auf der Brust.

Dreist drängte Isabelle sich in die Wohnung und schloss die Tür hinter sich zu.

Sandra stolperte geschockt nach hinten, aber Isabelle packte sie und drückte sie auf das Sofa, das in der Nähe stand.

„Soll ich dir mal was erzählen?" fragte sie im Plauderton, während sie im Zimmer auf und ab schritt, die verängstigte und offensichtlich unter Schock stehende Sandra nicht aus den Augen lassend.

„Ihr 3- du und Irina und Nora- ihr hattet lange genug euren Spaß mit mir. Und jetzt- jetzt werde ich meinen Spaß mit euch haben. Deine lieben Freundinnen und ich hatten schon unseren Spaß- es war sehr amüsant, sie zu töten, und mehr als lustig, ihnen beim Sterben zuzusehen. Sie mussten nicht lange leiden."

Isabelle trat auf Sandra zu, packte sie an den Haaren und zog das Gesicht des Mädchens ganz nah an ihr eigenes heran, nur noch wenige Millimeter trennten ihre Nasenspitzen voneinander.

„Ich bin nett- vielleicht zu nett- aber auch du sollst nicht lange leiden."

Sie nahm den Dolch und rammte ihn Sandra in die Eingeweide.

Das Mädchen stieß einen Schmerzensschrei aus.

Isabelle lächelte grausam.

„Schrei nur. Es ist niemand da, der dich hören könnte!"

Aber sie hatte sich getäuscht.

In diesem Moment hörte man ein Poltern auf der Treppe, und Fäuste donnerten gegen die Tür.

„Machen Sie auf, sofort!"

Sandra wollte um Hilfe schreien, aber Isabelle hielt ihr den Dolch an die Kehle.

„Denkst du, sie werden dich retten?"

Wieder erschien das sadistische Lächeln auf ihren Lippen.

„Nein, Schätzchen. Sie werden zu spät kommen."

Plötzlich war das Splittern von Holz zu hören, als die Tür aufgebrochen wurde.

Isabelle sah sich gleichmütig zu den Polizisten um, die ins Zimmer stürmte.

Dann schnitt sie Sandra kaltblütig die Kehle auf.

„Bye-bye, Schätzchen!"

Mit geschlossenen Augen lag Isabelle auf der Pritsche.

Sie wartete.

Sie wusste nicht, worauf sie wartete.

Wartete eigentlich auf die Gerichtsverhandlung, die in mehreren Tagen stattfinden sollte.

Aber das war es nicht wirklich.

Isabelle öffnete die Augen und setzte sich auf.

Die Wände des kleinen Zimmers waren weiß, genauso wie der Fußboden und die Decke.

Weiß wie das Laken der Pritsche und weiß wie der Tisch, der mit Klemmen am Boden befestigt war.

Alles, was eventuell gefährlich sein könnte, war aus diesem Zimmer entfernt worden.

Das kleine Fenster war vergittert, ebenso wie die verriegelte Tür.

Weiß.

Wie alles hier.

Sie hatten sie für verrückt erklärt.

Sogar der Psychologe, der mit ihr gesprochen hatte, war der Meinung, das sie geistig völlig daneben sei.

Er hatte es zwar nicht so formuliert, aber Isabelle war nicht dumm.

Wahnsinnig vielleicht, aber klug genug, um zu merken, was der Arzt von ihr hielt.

Sie fürchtete sich nicht vor der Verhandlung.

Wieso auch?

Zum einen würde sie als „geistig verwirrt" und somit „nicht zurechnungsfähig" gelten, zum anderen würde sie nicht bis zum Tag des Prozesses hier bleiben.

Diese armseligen, jämmerlichen Menschen... auch wenn sie ihr den Dolch weggenommen hatten... sie hatten ja KEINE Ahnung, mit wem, mit WAS sie sich da anlegten, keine Ahnung von den Kräften, die Isabelles scheinbar so schmächtigem Körper innewohnten, keine Ahnung von der unglaublichen Macht, die sie hatte, und die jede menschliche Vorstellungskraft weit überstieg.

Auf dem Gang vor dem Zimmer hörte Isabelle die Krankenschwester.

Sie machte sich am Türriegel zu schaffen, vermutlich um ihr das Essen zu bringen.

Sie glaubte, es mit einem unbewaffneten, schwachen Mädchen zu tun zu haben.

Sie ahnte ja nicht einmal.

Isabelle schloss die Augen.

Ein kaltblütiges Lächeln erschien auf ihren Lippen, als sie das kalte Kupfer des Dolches in ihrer Hand spürte.

Er war zu ihr zurückgekehrt, wie sie es ihm befohlen hatte.

Es war ihr rechtmäßiger Besitz, und nichts und niemand würde ihn ihr jemals wegnehmen können.

Die Krankenschwester öffnete ahnungslos die Tür.

Isabelle öffnete die Augen, ein tödliches Glitzern lag in ihnen.

Der Dolch... er hatte noch nicht die Menge Blut bekommen, die er verdiente.

Aber sie würde dafür sorgen, das er seinen Blutzoll erhielt...

Ende (?)